Jean Tinguely

Mit der Verwendung von Schrott und Abfällen für seine Plastiken hat Jean Tinguely den Perfektionsanspruch der Technik wie kein anderer Künstler des 20. Jhdts. ironisiert und mit einer spielerischen und nutzlosen, oft absurden Gegenwelt konfrontiert. Vielfach wurden seine Arbeiten als Provokation empfunden, was vom Künstler durchaus auch beabsichtigt war. Tinguely gilt als der wichtigste Vertreter der kinetischen Kunst. Sein Interesse an Ton und Bewegung macht sich bereits in seinen ersten Konstruktionen bemerkbar. Die in „Blickachsen 5“ gezeigte Arbeit stammt aus den letzten Lebensjahren des Künstlers. Aufgrund ihres Titels „Friedrich Engels, Philosph“ kann sie als späte Hommage an den Philosophen und Revolutionär gelesen werden. Auch Tinguely war Zeit seines Lebens ein anarchischer Geist, der sich keinen Regeln unterwerfen konnte oder wollte. Sein „Engels“ bewegt sich selbst in einer absurden Wiederholung. Zusammengesetzt aus Schrottteilen und WC-Spülungsketten mag er auf die Vergänglichkeit selbst der idealistischsten Ideen verweisen.

Exponate

Blickachsen 5

Friedrich Engels, Philosoph

Abakanowicz, Magdalena
Amador,
Bee, Andreas
Bill, Max
Breivik, Bård
Calder, Alexander
Chamberlain, John
Chillida, Eduardo
Gormley, Antony
Immendorff, Jörg
Kirkeby, Per
Koliusis, Nikolaus
Korte, Andreas
López, Victor
Luginbühl, Bernhard
Lüpertz, Markus
Miró, Joan
Navarro, Miquel
Rydingsvard, Ursula von
SEO,
Tinguely, Jean